Gemeinsam den Eigenverbrauch der Photovoltaik-Anlage nutzen und vom Solarstrom profitieren. Das klingt doch eigentlich nach einer lukrativen Option, die gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt und den Ausbau der erneuerbaren Energien leistet. Doch auch die Einführung des Mieterstrom-Zuschlags für PV-Anlagen auf Wohngebäuden bis 100 kW im Jahr 2017 hat aus dem gemeinsamen Eigenverbrauch in der Photovoltaik keinen Trend werden lassen.

Das steckt hinter PV-Mieterstrom-Anlagen

Das Ziel ist länderübergreifend gleich: Ein Gelingen der Energiewende. Deshalb müssen neue Konzepte her, die die Akzeptanz der Energiewende verstärken. Mieterstrom-Modelle waren auch vor 2017 möglich, doch waren sie nicht wirtschaftlich und wurden nicht umgesetzt. Das Inkrafttreten des Mieterstrom-Gesetzes am 25. Juli 2017 sollte das ändern.

Dabei muss ein Vermieter nicht immer zwingend der Besitzer der Mieterstrom-Anlage sein, auch ein Stromversorger kann die Photovoltaik-Anlage betreiben. Auch ist der Mieterstrom nicht zwingend auf ein Mehrfamilienhaus begrenzt, auch Nachbargebäude können teilnehmen. Das Potential sei da, aber die Umsetzung stockt.

Anzahl der Mieterstrom-Anlagen ist bescheiden

Laut Mieterstrom-Bericht des Deutschen Bundestags (September 2019) waren nach zwei Jahren 677 PV-Mieterstrom-Anlagen mit insgesamt rund 13,9 MW bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Das liege weit hinter den Erwartungen, der 500 MW-Deckel ist diesbezüglich nur zu einem Prozent ausgenutzt worden. Nicht hilfreich wird vor allem sein, dass keine pauschalen Aussagen zur Rentabilität möglich sind, es fehlt an Transparenz des Modells.

In der Schweiz geht es dynamischer zu

Vergleicht man die deutschen Daten mit der Umfrage von Swissolar zum Schweizer ZEV-Modell (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch), dann ist schon eher eine Tendenz zum Trend erkennbar. Im Jahr 2019 wurden mehr als 400 ZEV-Anlagen in der verhältnismäßig kleineren Schweiz gebaut. Dies entspricht einer Leistung von knapp 10 MW. Für 2020 erwartet der ZEV-Markt voraussichtlich ein Wachstum von plus 133 Prozent.

Laut BKW mangele es aber auch hier an Transparenz, welche zu Verwechslungen zwischen weiteren Modellen führe. Eine transparente Kommunikation zu allen Modellen ist angebracht. Auch digitale Tools unterstützen die Zielstellung der Energiewende, indem sie die Beratungs- und Angebotsprozesse erleichtern. Ein ZEV-Rechner beispielsweise erstellt binnen weniger Minuten alle relevanten Informationen zu den Vorteilen für die Teilnehmer.

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Bettina Enser

Bettina Enser ist die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation bei der Eturnity AG. Sie liefert Einblicke in Themen rund um die Vermarktung von Erneuerbaren Energiesystemen. Bei Fragen zum Beitrag wenden Sie sich an bettina.enser@eturnity.ch