Seit der Zustimmung zur Energiestrategie 2050 ist die Richtung klar – Der Wärme- und Heizungsmarkt arbeitet auf eine CO2-Neutralität hin. Wärme- und Strommarkt spielen in Sachen Energiewende dabei eine gleichermaßen große Rolle. Denn in den Kellern Deutschlands findet sich neben zu vielen veralteten Heizsystemen und zahlreiches Potential.

Sachen Energiewende spielt der Wärmemarkt eine ebenso grosse Rolle, wie auch der Strommarkt. Denn in den Heizkellern der Bevölkerung liegt viel Potential verborgen. Das heisst, dass mit der Zunahme erneuerbarer Wärme auch die oft bis zu oder über 25 Jahre alten Heizungen ersetzt oder modernisiert werden.

Damit einher geht, dass Energie- und Gebäudetechnikunternehmen ausgelastet sind – Eine Anpassung interner Prozesse wird notwendig. Wir haben mit Energieverkäufer Kevin Büsser vom Schweizer Energieunternehmen Energie Zürichsee Linth AG (EZL) genau darüber gesprochen, er schildert uns seine Erfahrung aus der Praxis.

Modernisierte Heizungen bei gleichbleibender Auftragslage

Heizkosten, Zuverlässigkeit, Umweltschutz und Gesetzgebung liefern ausreichend Gründe für eine Modernisierung der bestehenden Heizung. Installateure haben deshalb ordentlich zu tun, laut Kevin Büsser ist die Auftragslage aber gleichbleibend und steift nicht: «Die reine Anzahl der Heizungsinstallationen wird sich vermutlich nicht rasant ändern. Es wird eher eine Änderung der verbauten Heizsysteme geben. Das heißt, es werden vermehrt erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen-, Fernwärme- und Holzheizungen, oder neue Kombinationen zum Einsatz kommen.»

Die Nachfrage nach dem Energie-Gesamtdienstleister

Dass Kundenverhalten spielt sich mehrheitlich online ab. Unternehmen integrieren deshalb zunehmend Software oder Heizungstools, um Akquise, Beratung und Verkauf digital zu ermöglichen. Denn HausbesitzerInnen wünschen sich direkt online ein Beratungserlebnis, das verständliche Simulationen mit ihren Kriterien und Angebote auf einmal integriert, eben von einem Energie-Gesamtdienstleister.

Laut Büsser brauche es neben flexiblen Tools mit Varianten aber außerdem klare Ansprechpersonen, eine einfache Darstellung der Leistungen des Energieunternehmens, Fachwissen und Beratungskompetenzen sowie kurze Reaktionszeiten.

Diese zusätzlichen Fähigkeiten sind aus Büssers Sicht vor allem aus einem Grund notwendig: „Durch die Medien werden zwar vermehrt Beiträge zu Heizsystemen publiziert, diese beinhalten aber mehrheitlich den Vergleich von fossilen Brennstoffen, wie Öl und Erdgas, und den erneuerbaren Heizsystemen. Die Medien sind meistens jedoch nicht vom Fach und publizieren Informationen, die nicht immer ganz der Realität entsprechen. Dementsprechend werden die fossilen Brennstoffe, welche es auch in erneuerbarer Form gibt, gerne vergessen. Dazu zähle ich beispielsweise Biogas und Biomasse.“

Digitale Heizungs-Tools: Vorteile

Für den Energieexperten der EZL bringt die Nutzung einer Heizungssoftware wichtige Vorteile:
Zum einen unterstütze sie dabei, Investitions-, Unterhalts- und Betriebskosten, welche unter Umständen bereits vor Ort zu einem Auftrag führen können, schnell aufzuzeigen. Auch die bildliche Darstellung vom neuen Heizgerät sowie der dazugehörigen Masse seien sehr praktisch.

Für einen Erfolg im Unternehmen, muss aber zusätzlich das Zusammenspiel zwischen Installateuren, Herstellern und Softwarelieferanten stimmen. «Wenn in Zukunft die Beratungen ausschliesslich mit digitalen Programmen durchgeführt und die Kunden vermehrt mit diesen Tools unterstützt werden, steht der Digitalisierung im Bereich der Kundenberatungen vor Ort dann auch nichts im Weg.“, ergänzt Büsser abschliessend.

Fazit

Sich stärker auf Kundenservice einzustellen, ist für alle Unternehmen im erneuerbaren Energiebereich eine Notwendigkeit, um am Markt mithalten zu können. Aufwendige beratungs- und Verkaufsprozesse können im Heizungsbereich durch automatisierte Softwarevereinfacht und zentralisiert werden. Das wiederum kommt den modernen Bedürfnissen des Kunden entgegen.

Funktionierendes Teamwork im Unternehmen und mit Softwareherstellern ist dabei Voraussetzung für das Funktionieren einer Digitalisierung.

Bild: © bienz:photography – Kevin Büsser von der EZL in einer Beratung

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Bettina Enser

Bettina Enser ist die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation bei der Eturnity AG. Sie liefert Einblicke in Themen rund um die Vermarktung von Erneuerbaren Energiesystemen. Bei Fragen zum Beitrag wenden Sie sich an bettina.enser@eturnity.ch