Wie hat das Jahr 2020 die Energiebranche beeinflusst? Diese Frage haben wir unseren Aufsichtsrat-Mitgliedern Kurt Lüscher und Walter Steinmann gestellt.

Zusammen haben sie uns ihre Sicht aus Unternehmer- und energiepolitischer Perspektive erläutert. Und so viel sei gesagt: Die Branche hat das Jahr gut weggesteckt.

Mehr als das «Corona-Jahr»

Walter Steinmann

2020 ist nicht nur das Corona-Jahr, sondern auch das Jahr, welches fünf Jahre nach dem Paris-Abkommen mit den konkreten Klimazielen eine erste Zwischenbilanz zu ziehen erlaubt: und sie ist weder national in der Schweiz, noch global wirklich ermutigend.

2020 ist auch das Jahr der neuen Schweizer BFE-Energieperspektiven 2050+, welche die Bedeutung der Solarenergie für die künftige Vollversorgung mit Strom, Wärme und Kälte aufzeigen. Es ist gleichzeitig ein Aufruf, nicht nur nach kurzfristigen Subventionen zu schielen, sondern Entscheide mit einem langfristigen Blick anzugehen und kluge zukunftsweisende Lösungen zu favorisieren.

 

Kurt Lüscher

Die Energie- sowie die ICT-Branche gehören aus meiner Sicht eher zu den Gewinnern der Corona-Pandemie. Weil viele Menschen von zu Hause aus arbeiten müssen, ist es bspw. recht praktisch, Angebotsanfragen, die Prüfung von Angeboten und die Kundenberatung gleich online zu absolvieren.

Corona hatte also eher wenig negative Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Energiebranche. Was leidet sind die sozialen Kontakte. Gerade auch deshalb hoffe ich schon, dass Corona möglichst zeitnah von der Bildfläche verschwinden wird.

Beobachten durften wir seitens der Unternehmen auch eine Bewegung in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Partnerschaft und eine starke Akzeptanz der Anstrengung zur Dekarbonisierung. Einst träge Unternehmen haben begonnen sich zu bewegen.

Ein Jahr mit Startup-Fokus

Walter Steinmann

2020 ist auch das Jahr der Start-ups in diesem Sektor, welche mit ihren Lösungen sowie Dienstleistungen das breite Ausrollen der Solarenergie erleichtern und forcieren. Dazu zählt für mich auch das ostschweizerische Unternehmen Eturnity.

 

Kurt Lüscher

Startups der Energiebranche wachsen und expandieren. Das anzustrebende Wachstum in der Schweiz und auch im Ausland führt dazu, dass entsprechende Finanzierungen jetzt gefragt sind. 

Es wird wichtig sein, dass sich diese Startups in der traditionellen Energiebranche etablieren können. Ich sehe da durchaus ein zunehmendes Interesse an strategischen Beteiligungen durch Energieversorger. Die Energielandschaft beginnt sich stark zu verändern. Dabei sind sehr viele Startups die ich kenne ICT-orientiert, es gibt leider nur relativ wenige Schweizer Unternehmen, die sich mit Energie-Produktion, Transport oder saisonalen Speichern beschäftigen.

Vielen Dank für die Rückblicke!

Bild Teaser: © Unsplash

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Bettina Enser

Bettina Enser ist die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation bei der Eturnity AG. Sie liefert Einblicke in Themen rund um die Vermarktung von Erneuerbaren Energiesystemen. Bei Fragen zum Beitrag wenden Sie sich an bettina.enser@eturnity.ch